Die Deutsch-Türkische Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und psychosoziale Gesundheit e. V. (DTGPP)

In den 1980er und den frühen 1990er Jahren entwickelten deutsche Psychiater, Psychotherapeuten und Sozialarbeiter zunehmend Interesse an der psychischen Gesundheit der sog. “Gastarbeter”. Prof. W. M. Pfeiffer, Lehrstuhlinhaber für medizinische Psychologie (1974 bis 1984) plante gemeinsam mit Prof. M. Özek von der Istanbul-Universität und Dr. E. Koch von der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Marburg sowie zahlreichen anderen Kollegen den ersten Deutsch-Türkischen Psychiatriekongress, der im April1994 in Antalya stattfand. Prof. Dr. Metin Özek (Istanbul, Türkei) und Prof. Dr. Wolfgang M. Pfeiffer (Erlangen, Deutschland) waren die Präsidenten dieses Kongresses. Einer der wichtigsten Ziele des Kongresses war die Initiierung einer Deutsch-Türkischen Psychiatriegesellschaft. Auf diesem Kongress wurden zudem der Arbeitskreis türkischer-sprachiger Psychotherapeuten, die heutige Gesellschaft türk.-sprachiger Psychotherapeuten, und der Arbeitskreis Migration und öffentliche Gesundheit, der inzwischen ein beratendes Gremium der Staatsministerin Frau Aydan Özoguz darstellt, gegründet.

Die DTGPP wurde bereits im November 1994 in Marburg, Lahn, gegründet und widmet sich laut ihrer Satzung insbesondere

  • der Unterstützung und Anregung von Forschung und Lehre, die sich mit der Verbesserung der psychosozialen Gesundheit der Migranten, Remigranten und deren Angehöriger in der Türkei und in deutschsprachigen Ländern befasst,
  • der Anregung der gezielten Verbesserung der psychosozialen Versorgung sowohl in der Türkei als auch in der Bundesrepublik Deutschland u.a. auf dem Gebiet der Psychiatrie, Psychotherapie und Rehabilitation sowie des Schulwesens, der Jugendarbeit und Altersversorgung und
  • der Anregung zu einer Gesetzgebung, die die Belange von Migranten und Remigranten sowie das Zusammenleben mit der einheimischen Bevölkerung verbessert.

Eine Besonderheit der Gesellschaft ist, dass laut ihrer Satzung eine Mitgliedschaft aus Deutschland, Schweiz, Österreich und der Türkei möglich ist. Eine weitere Besonderheit der DTGPP e. V. ist, dass ihre Mitglieder Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Ärzte, Psychotherapeuten, Psychologen, Sozialarbeiter, Pflegekräfte und andere Berufsgruppen aus der psychosozialen Gesundheit sind. Die DTGPP hat aktuell 280 Mitglieder aus Deutschland, der Türkei, Schweiz, Österreich und den Niederlanden. Seit ihrer Gründung veranstaltet die Deutsch-Türkische Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und psychosoziale Gesundheit e. V. regelmäßige Kongresse in Deutschland und in der Türkei. Diese Kongresse sind ein wichtiges Forum für deutsch- und türkischsprachige Kollegen aus allen psychosozialen Berufen. Zwischen den Kongressen organisiert die DTGPP jährliche Symposien in Deutschland und der Türkei, bei denen auch Mitgliederversammlungen stattfinden. Zudem beteiligt sich die DTGPP regelmäßig an Kongressen in Deutschland und der Türkei wie z. B. mit Symposien. Die DTGPP hat eine eigene Veröffentlichungsreihe beim Lambertus-Verlag, bei dem sie bislang zahlreiche Bücher herausgegeben hat. Die DTGPP e. V ist kooperierendes Mitglied der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde). Sie ist zudem seit Jahren bereits Mitglied (affiliated member) der WPA (World Psychiatrists Association) und der WACP (World Association of Cultural Psychiatry). Die DTGPP e.V. ist Mitglied beim Dachverband für Transkulturelle Psychiatrie, Psychotherapie uns Psychosomatik (DTPPP e.V.). Vorstandsmitglieder der DTGPP e. V. sind sehr aktiv im Referat für Interkulturelle Psychiatrie und Psychotherapie, Migration der DGPPN und dem Section of Cultural Psychiatry of the European Psychiatrists Association (EPA) sowie in zahlreichen anderenVereinen und Gesellschaften. Die DTGPP e. V. verfügt über sehr gute Kontakte zu zahlreichen Universitären Einrichtungen und Versorgungskrankenhäusern in Deutschland und der Türkei.

Die Psychiatrie in der Türkei und die deutsch-türkischen Beziehungen

Die Entwicklungen in der Psychiatrie in der Türkei fanden nicht parallel zu denen in Europa statt. So wurden z. B. Epochen wie die Renaissance in der Türkei nicht gelebt, Reformen und Aufklärung fanden nicht statt.

Mit einem Klick, erfahren Sie mehr über die
Geschichte der Psychiatrie in der Türkei..